Samstag, 3. September 2011

Tagebuch einer Studentin auf neuen (Ab)Wegen

3. 9.
   9:15 Uhr
Trotz des schlechten Wetters auf dem Weg nach Huis ten Bosch. Es ist verdammt windig und regnet seicht, aber ich werde den Auswirkungen des Taifuns trotzen!
   11:15 Uhr
In Huis ten Bosch kommt man zuerst durch das Teddy Bear Kingdom, wo die Erfindung des Teddys beschrieben wird (Namensgeber T. Roosevelt, Erfinderin M. Steiff).
Baerenfamilien
Als naechstes bin ich ueber die Windmuehlenstrasse spaziert und so zum Mirror Maze gelangt, das Alice im Wunderland nachempfunden ist. De Weg zwischen den Spiegeln zu finden war wirklich schwer! Ausserdem gibt es eine Trick Art Gallerie mit optischen Taeuschungen und ein M.C.Escher-3D-Kino.
   13:00 Uhr
Bei ‚Grand Odyssey‘ wird ein Scan vom Gesicht gemacht und in einen Film projiziert. Die Geschichte handelt von der Zukunft. Die Menschen mussten ins All fliehen, wollen nun aber zur Erde zurueck. Ich war ein Mitglied der ‚Brains‘, sah sehr lustig aus! XD
Huis ten Bosch ist quasi ein Mix aus Film, Fahrgeschaeften, Gebaeuden und Kunst – die Abwechslung ist gut und die Attraktionen machen Spass!


   15:15 Uhr
Die letzten beiden Attraktionen im Nieuwstad-Teil waren das Kirara (Kino mit Spiegeln, sodass man sich mittendrin fuehlt) und eine Flutsimulation.
Weiter ging es zum Thriller Fantasy Museum. Hier gibt es ein Haus, in dem man die richtige Glocke finden muss, um ein verfluchtes Brautpaar wieder gluecklich zu vereinen. Nebenan geht es mit japanischen Geistergeschichten weiter. Zuletzt kommt noch das Orgelhaus. Zwei Orgelbauer streiten hier um den Titel des Besten, mit Zuhilfenahme des Teufels. Da im Gruselteil des Parks Schauspieler und viele Spezialeffekte eingesetzt werden, habe ich mich doch tatsaechlich mehrmals erschreckt! Passiert mir sonst nicht…
Weiter ging es ueber den Basar und vorbei am One Piece Shop! ^^ Vom Domtoren aus, wo man einen guten Ueberblick ueber den ganzen Park hat, konnte man bereits den Grund fuer meinen Besuch sehen…
Nach einer Pizza Carbonara im Pinoccio (nein, nicht falsch geschrieben) geht es Richtung Hafen…
   17:00 Uhr
… wo die Thousand Sunny vor Anker liegt! 
Ja, genau, das Schiff von One Piece. XD Ein Teil des Hafengelaendes wurde in einen Grove von Shabondy verwandelt (sorry an alle, die jetzt nicht folgen koennen – schaut doch mal auf wikipedia unter One Piece! ^^). Es gibt One-Piece-Shops, One-Piece-Restaurants, One-Piece-Figuren und das Schiff! Es ist verdammt lustig, ploetzlich mitten in einem Anime zu landen… Es kommt einem alles so bekannt vor…
Die Crew der Thousand Sunny ^^

Als letztes mache ich jetzt noch eine Kanalfahrt. Danach habe ich genug Geld hiergelassen, aber es hat sich gelohnt! Huis ten Bosch macht viel Spass. Auch wenn das Wetter heute nicht mitspielen wollte… Was tue ich nicht alles fuer One Piece! XD
   20:30 Uhr
Zurueck in der Jugendherberge habe ich endlich Gesellschaft, die mit mir spricht (die beiden Japanerinnen vorher waren wohl stumm…)! Allison aus China, sie kann verdammt gut Englisch. Das wird wohl ein lustiger Abschlussabend in Nagasaki!

じゃ、またね!

Freitag, 2. September 2011

Tagebuch einer Studentin auf neuen (Ab)Wegen

2. 9.
   11:30 Uhr
Es war eine gute Entscheidung, als erstes ins Atombombenmuseum zu gehen. Es ist zwar nicht ganz so bedrueckend wie Hiroshima, weil es sich eher auf Artefakte und Fakten konzentriert als auf die Einzelschicksale der Opfer, aber was passiert ist, laesst mich trotzdem sprachlos zurueck. 9. August 1945, 11:02 Uhr… Die Uhren sind um genau diese Zeit stehen geblieben, als der Flieger Bockscar die Plutoniumbombe Fatman abwarf. Nagasaki war ‚nur‘ die zweite Wahl, ueber dem Primaerziel waren zu viele Wolken.
Ich finde es unfassbar, dass die Verantwortlichen nach Hiroshima noch eine zweite Bombe abwerfen konnten. Wie viele Wissenschaftler (unter anderem Albert Einstein) bin ich der Meinung, dass Japan auch ohne Atombomben aufgegeben haette. Bewundern tue ich Dr. Nagai Takashi (Paul), der, obwohl er selbst vor dem Abwurf an Leukaemie erkrankt war, sein moeglichstes tat, um den Opfern auch bei Spaetfolgen zu helfen. Von seiner Sorte sollte es mehr Menschen geben!
Denkmal fuer die Opfer und Ort des Epizentrums
   13:30 Uhr
Zwischenstopp an einem weiteren traurigen Ort – Nishizaka, der Huegel der 26 Maertyrer von Japan. Hier wurden 1597 26 Christen (Franziskaner und Jesuiten) gekreuzigt.
Denkmal der 26 Maertyrer von Japan
Das Christentum wurde ungefaehr 1540 von den Portugiesen nach Japan gebracht. Da aber der Glaube an die Gleichheit der Menschen in Konflikt mit der angestrebten Alleinherrschaft von Toyotomi Hideyoshi trat, verbot er den christlichen Glauben und liess Ausuebende verfolgen. Die 26 Maertyrer wurden in ganz Japan gesammelt und nach Nagasaki gefuehrt – der Aelteste war 64, der Juengste gerade mal 12 Jahre alt. Sie wurden circa 1860 vom Papst heiliggesprochen, bevor das Verbot aufgehoben wurde. Im Geheimen haben damals jedoch viele Christen ihren Glauben bewahrt.
   15:00 Uhr
Nach einem Geldwechsel werden jetzt Gyôza im Hakata-Style gegessen und dann mache ich mich auf den Weg zu erfreulicheren Sehenswuerdigkeiten: Dejima und Glover Park. Nagasaki gefaellt mir zwar als Wohnort nicht, aber die Geschichte ist sehr interessant!
   18:00 Uhr
Dejima war eine kuenstliche Insel in Form eines Faechers. 
Modell von Dejima im 17. Jahrhundert
Das Shogunat liess sie im 17. Jahrhundert bauen, um mit den Auslaendern Handel und Informationsaustausch zu betreiben. Es war den dort ab 1641 lebenden Hollaendern jedoch verboten, Dejima in Richtung Nagasaki zu verlassen, und nur wenigen Japanern war es erlaubt, die Insel zu betreten. So lebten auf engem Raum mehrere hundert Menschen zusammen und bewirtschafteten die Lagerhaeuser, Garten und Kirche. Viele Waren wurden erst von den Hollaendern in Japan eingefuehrt, darunter viele Pflanzen und Tiere.
 Von den Hollaendern importierte Blumen - wer erraet sie? ^^
Im Gegenzug konnte man das Heimatland und Europa mit Informationen ueber die Kultur Japans versorgen.
Die Insel Dejima existiert heute nicht mehr, da wo einst Meer war, stehen jetzt Haeuser. Aber an dem frueheren Ort wurden die Gebaeude rekonstruiert und zeugen von vergangenen Tagen. Es gibt sehr detaillierte Erklaerungen und wirklich interessante Ausstellungsstuecke, unter anderem ein Buch von Siebold, der als Hollaender getarnt nach Japan kam und in Nagasaki per Sondererlaubnis eine Schule fuer westliche Medizin gruenden durfte.
Fruehere Unterkunft des Fabrikchefs auf Dejima
Da das Wetter immer schlechter wird (Regen und Wind – Auswirkungen des Taifuns) und meine Fuesse von 9 Stunden Laufen doch langsam wehtun, gehe ich nicht mehr zum Glover Park. Vielleicht komme ich eines Tages ja doch nochmal nach Nagasaki…
Morgen fahre ich zum Holland-Themenpark Huis ten Bosch. Der Hauptgrund dafuer wird noch nicht verraten… XD Aber ich freue mich darauf, die Fotos, die ich vom Park gesehen habe, sehen interessant aus und ich war noch nie in Holland… Ich lasse mich ueberraschen!
Wo ich schon in Nagasaki bin, wird jetzt noch Castella gegessen. Das ist ein Kuchen, der von den Portugiesen eingefuehrt wurde (auf Japanisch Kasutera).

じゃ、またね!

Donnerstag, 1. September 2011

Tagebuch einer Studentin auf neuen (Ab)Wegen

31. 8.
  17:30 Uhr
Weil es Haruko heute nicht so gut ging, sind wir leider nicht nach Matsuyama gefahren. Aber es gibt ein kleines Onsen hier in der Naehe – Yasuragi no Sato. Von den verschiedenen Becken aus kann man auf die Berge schauen. Es ist alles offen, im Garten sind auch Becken, und es gibt sogar Whirlpools und eine Sauna. Das einzige, was mich nervt, ist das gruendliche Waschen vorher… Aber das laesst sich nunmal nicht aendern! Das Wasser war gar nicht so heiss, wie ich erwartet habe… oder ich bin schon an die Hitze gewoehnt! >.< Nach dem Bad habe ich mir eine Matcha-Milch gekauft, sehr erfrischend!
Heute Abend gehen wir noch Okonomiyaki essen. Ich muss gestehen, dass ich das noch nie probiert habe…
   22:00 Uhr
Fazit: Okonomiyaki ist lecker! Ich hatte meines mit Garnelen und Soba.
Es war wirklich schoen, meine Freundin wieder zu treffen und mich mit ihr zu unterhalten. Aber den ganzen Tag aufmerksam zuzuhoeren, um ihr Japanisch zu verstehen, ist auch anstrengend… Gut, dass ich vor dem Tandemkurs in Akagi noch etwas alleine reise!

1. 9.
   10:15 Uhr
Da bin ich also wieder unterwegs… Ich werde heute den ganzen Tag im Zug verbringen, da habe ich Zeit zum Lernen…
Als ich das letzte Mal von Matsuyama nach Okayama gefahren bin, sass ich im Anpanman-Zug, diesmal ist es ein normaler Zug. Die Durchsagen haben mich damals etwas gestoert, aber diesmal haette ich gerne ein Foto vom Zug gemacht… Kann man nicht aendern! >.<
   14:00 Uhr
Im Zug nach Kyûshû, dank Bento keinen Hunger mehr und dank Drachenfruchtwasser ausreichend Fluessigkeit.
Was ich mir bereits in Beppu gedacht habe: Die Zuege von Kyûshû sehen etwas anders aus… Der Sakura Shinkansen, in dem ich mich jetzt befinde (irgendwie verfolgt mich der Name), ist nicht weiss, wie die Zuege von Honshu, sondern leicht grau-blau. Sieht auch nett aus!
Heute soll wohl ein Taifun kommen… Der Himmel ist ueberall schon grau, aber ausser Regen merke ich nicht viel! ^^ Quasi der perfekte Tag zum Zugfahren. Naechster Stopp fuer mich ist in ungefaehr 2 Stunden in Hakata. Von da aus geht es nochmal 2 Stunden weiter nach Nagasaki, mit dem Kamome Special Rapid Service.
 Honshus Kodama Shinkansen
Kyûshûs Sakura Shinkansen
   16:00 Uhr
Von Honshu aus faehrt man durch einen Tunnel unter dem Meer hindurch nach Kyûshû! Ich mag Tunnel eigentlich nicht besonders, weil mir bei der hohen Geschwindigkeit des Shinkansen staendig die Ohren zufallen.
Generell finde  ich Shinkansen sehr praktisch, weil man schnell von A nach B kommt. Aber jetzt im Kamome muss ich sagen, dass er mir am besten gefaellt! Die Sitze sind viel besser gepolstert, sehr bequem. Nur ein Tisch zum Essen fehlt…
Lokalzuege mag ich eigentlich auch, weil man von ihnen aus die Landschaft am besten beobachten kann. Aber sie sind schon arg langsam und oft etwas alt…
Das Anstehen in Japan finde ich aber gut, so kommt auch wirklich der zuerst in den Zug, der zuerst da war!
   21:00 Uhr
Auf den ersten Blick gefaellt mir Nagasaki nicht wirklich, irgendwie riecht es etwas nach Fisch und Motorenoel… Aber die Jugendherberge ist ganz nett und das Streetcar ist praktisch – man kann fuer ungefaehr 1 Euro ueberall hinfahren, egal wie weit.
Ich war noch mit der Seilbahn auf dem Berg Inasa, von wo aus man ueber ganz Nagasaki schauen kann. Bei Nacht ist das ein einziges Lichtermeer…
Morgen muss ich eine Bank suchen, und dann geht es auf Stadttour!

じゃ、またね!

Dienstag, 30. August 2011

Tagebuch einer Studentin auf neuen (Ab)Wegen

30. 8.
   10:15 Uhr
In Japan mit der Faehre zu fahren ist etwas ganz anderes als in Europa. Es gibt keine Stuehle, sondern Teppichboden, auf den man sich setzen kann. Das wird eine sehr interessante Fahrt auf der ‚Sakura‘!
   11:45 Uhr
Ich mag das Schaukeln der Wellen, es hat etwas Beruhigendes… Sobald man an der Westspitze Shikokus vorbei ist, kann man auf der anderen Seite bereits Kyûshû sehen. Es erscheint wirklich nah, aber es soll trotzdem noch 1 ½ Stunden bis nach Beppu dauern… Auf der rechten Seite ist jetzt nur noch blaues Meer zu sehen, wie schoen!
   18:30 Uhr
Ich war in der Hoelle! Uwa! … Jetzt habe ich keine Angst mehr vor dem Tod, wenn das die Hoelle war, scheint sie wirklich interessant und spassig zu sein… XD
Beppu ist quasi eine riesige heisse Quelle, ueberall tritt Dampf aus dem Boden. Weil aber in der Erde unterschiedliche Mineralien sind, verfaerben sich die Quellen. 8 solcher Orte bilden die ‚Jigoku Meguri‘ oder ‚Hoellentour‘. Die erste Hoelle, die ich besichtigt habe, war die Meereshoelle (im Bus dorthin habe ich Edward, einen netten Amerikaner getroffen). Das Wasser dort erscheint so blau wie das Meer in der Karibik… Es ist fast 100°C heiss und man kann dort Eier kochen. Leider waren wir zu einer schlechten Zeit da, man konnte sie noch nicht kaufen…
Also ging es weiter zu zweiten Hoelle, Oniishibôzu-jigoku, die so heisst, weil der Blasen werfende graue Schlamm aussehen soll, wie die rasierten Schaedel der Moenche. Ich finde, es sah etwas giftig aus… Die folgende Berghoelle fand ich da schon angenehmer, hier tritt der Dampf zwischen den Steinen hervor. Darum herum haben sie Tiergehege angelegt. Die Flamingos und der Elefant scheinen das warme Wasser auch zu moegen!
Auch in der naechsten Hoelle leben Tiere… Da das Wasser eine Temperatur wie im Tropenwald hat, eignet es sich, um Krokodile zu zuechten! Ich habe es nur auf Fotos gesehen, aber zu Fuetterungszeit geht es wohl gefaehrlich zu!
Die ‚Hoelle des weissen Teichs‘ war da schon sicherer. Das Grundwasser ist zwar farblos, aber sobald es hier an die Oberflaeche tritt, faerbt es sich weiss. Mit dem Dampf sah das schoen geheimnisvoll aus.
Weiter ging es mit dem Bus zur ‚Chinoike-jigoku‘ – Blutteich-Hoelle. Der Name haelt, was er verspricht! Wegen der Mineralien faerbt sich das Wasser gespenstisch rot. Der Schlamm soll aber gut bei Hautkrankheiten sein.
Den Abschluss der Hoellentour macht ein Geysir. Er bricht so oft am Tag aus, dass man die Zeiten vorhersagen kann. Leider musste ich meinen Zug erwischen und konnte mir den Ausbruch nicht mehr ansehen…
                 Meereshoelle,                  Oniishibôzu-jigoku,                  Berghoelle      und            Chinoike-jigoku

Die Hoellentour war zwar heiss, aber wirklich interessant. Ich finde es spannend, was fuer Auswirkungen Mineralien im Boden auf das Wasser haben koennen. Die Resultate sind wirklich schoen anzusehen, Beppus Hoelle kann ich – auch wenn es anfangs makaber klingt – nur empfehlen!
Mit der Faehre geht es jetzt von Usuki zurueck nach Yawatahama. Der Sonnenuntergang vom Schiff aus ist wunderschoen… Ich bin froh, dass ich meinen urspruenglichen Plan geaendert habe!

じゃ、またね!

Montag, 29. August 2011

Tagebuch einer Studentin auf neuen (Ab)Wegen

28. 8. 
   8:30 Uhr
Nach einem westlichen (oder dem, was Japaner unter westlich verstehen – Toast, Ei mit Schinken, Maissuppe, Salat, Melone und Joghurt mit Erdbeermarmelade, dazu Kaffee und Orangensaft) Fruehstueck im Hotel und einem gruendlichen Check von nem huebschen Kerl (ja, ich hab Beine und Brueste, und weisst du was, Kerl – ich hab auch nen Mund zum Reden…) auf der Strasse jetzt auf dem Weg nach Uwajima. Freu mich schon, meine Freundin Haruko wiederzusehen!
   23:00 Uhr
Gut bei meiner Freundin angekommen. Der Zug (Local Train Service) ist im wahrsten Sinne des Wortes mitten durch die Berge gefahren und durch eine schoene Schlucht mit Fluss durch. Die Aussicht war wirklich grossartig!
Wir sind noch zum Meer gegangen und haben uns viel unterhalten (bzw. sie hat geredet, ich hab zugehoert – und verstanden!). Zusammen haben wir meine Plaene etwas geaendert. Die Unterkunft in Beppu hat sie fuer mich telefonisch abgesagt, ich werde fuer einen Tag mit dem Schiff hinfahren (gleicher Preis wie die Jugendherberge, wenn ich richtig gesehen habe). Sie will, dass ich laenger bei ihr bleibe und das Angebot nehme ich gerne an. Also geht es erst am 1. 9. weiter nach Nagasaki!
Morgen fahren wir wohl zusammen zum Dôgo Onsen nach Matsuyama. Da wollte ich schon lange mal hin, ich freu mich schon darauf!
29. 8.
   14:30 Uhr
Erstmal ausgeschlafen und gut gefruehstueckt. Wir haben beschlossen, erst uebermorgen nach Matsuyama zu fahren. Heute hat mir Haruko die Laeden auf der Einkaufsstrasse von Matsuyama gezeigt. So viele schoene Yukata- und Kimonostoffe! Am schoensten fand ich einen Stoff mit Chidori darauf (Pontochôs Symbolvogel). Aber er war teuer… In Perlenlaeden waren wir auch – in Uwajima werden Perlen gezuechtet. Es gibt Ketten, die im Sonnenlicht ihre Farbe aendern, das sah vielleicht cool aus! Wenn ich mehr Geld locker haette, haette ich mir sogar eine gekauft, aber Perlen sind schon recht teuer… Wir haben noch Manju gekauft und Kakigôri gegessen. Es war mit Matcha, Mochi, Vanilleeis und Azuki-Bohnen – so lecker! Sollten sie in Deutschland auch einfuehren… Spaeter fahren wir wohl noch zu Harukos Eltern.
   21:30 Uhr
Mit dem Bus dauert es ungefaehr eine halbe Stunde bis nach Miyanoshita, wo Harukos Eltern wohnen, weil er durch jedes kleine Kaff faehrt. Mit ihrer Mutter und ihrem Vater haben wir Kuchen gegessen und uns ein bisschen unterhalten (aeltere Menschen finde ich aber schwer zu verstehen).
Morgen frueh geht es mit der Faehre nach Beppu. Ich freue mich schon, die unterschiedlichen heissen Quellen sehen wirklich interessant aus!


じゃ、またね!

Samstag, 27. August 2011

Tagebuch einer Studentin auf neuen (Ab)Wegen

26. 8.
   9:00 Uhr
Viel zu frueh dran… Wenn ich jetzt schon den Shinkansen nach Okayama nehme, bin ich in Kôchi, bevor die Jugendherberge aufmacht! >.< Also noch eine Schokolade in meinem Lieblingscafé trinken (Ciao Presso) und dann such ich mir ein Plaetzchen zum Fruehstuecken.
   12:30 Uhr
Ich liebe es, ueber die Seto Ôhashi zu fahren. Unter sich sieht man das blaue Wasser und die Inseln der Inlandsee. Da bekomme ich jedes Mal Lust, mit einem der vielen Boote zu fahren… oder im Sand zu liegen! ^^
   15:20 Uhr
In Kôchi angekommen, aber  - nein, diesmal nicht verlaufen – am falschen Bahnhof ausgestiegen. Haette zwei Stationen weitergemusst und das erst bemerkt, als ich eine weiter GELAUFEN war… Naja, dann hat wenigstens auch die Jugendherberge offen, wenn ich da bin… Und die Aussicht ist ganz nett!
   18:40 Uhr
Irgendwie mag ich Kôchi… Die Jugendherberge ist top (auch wenn ich wohl morgen umziehen muss, weil sie voll ist…) und wenn man den Bahnhof verlaesst, spuert man irgendwie eine besondere Atmosphaere. Zum Essen bin ich etwas vom Bahnhof weggegangen und habe ein kleines Restaurant mit netter Bedienung gefunden. Jetzt weiss ich auch endlich, wie man Zaruudon richtig isst! Morgen (nach dem Umzug) geht es auf Entdeckungstour, heute wird wohl noch gelernt…

 Und es werde Nacht in Kôchi...

27. 8.
   11:00 Uhr
Ich werde wohl langsam immer japanischer – mit aufgespanntem Schirm durch Kôchi! >.< Aber wenn die Sonne auch so sticht…
Nach einem sehr guten japanischen Fruehstueck mit Azuki-Reis erstmal umgezogen ins Pacific Hotel in der Naehe vom Bahnhof. Das Zimmer kann ich allerdings erst um 2 Uhr beziehen, solange bewahren sie mein Gepaeck dort auf und ich hab mich auf den Weg zum Schloss gemacht!
Kôchi hat mit 5 Stockwerken das groesste Schloss, das ich bis jetzt in Japan gesehen habe. Es war waehrend der Meiji-Restauration ein wichtiger Standpunkt fuer die Rebellen aus Tosa. Auch die Geschichte des Gruenders ist sehr interessant: Um 1600 kaempfte er  erst fuer Toyotomi Hideyoshi, wechselte aber auf Rat seiner Frau die Seiten und gewann in der Schlacht von Sekigahara gegen ebenjenen, was ihn zum ersten Fuersten von Tosa machte. Manchmal ist es wohl doch sinnvoll, auf Frauen zu hoeren…
Yamauchi Chiyo, Frau des Schlossgruenders Yamauchi Katsutoyo
Jetzt mache ich mich aber noch auf die Suche nach dem Geburtshaus des wohl wichtigsten Mannes aus Kôchi – Sakamoto Ryôma. Ein bisschen mehr ueber sein wahres Leben erfahren, wo ich eine fiktionale Version ja schon kenne (lieben Gruss an alle, die Peace Maker Kurogane gelesen haben)…
   13:00 Uhr
Sakamoto Ryôma (Drachenpferd) wurde nach einem Traum seiner Mutter benannt, demzufolge ein Feuerdrache in sie fuhr. Als Jugendlicher war er eher schwach und hatte einen Minderwertigkeitskomplex… Er hat frueh erkannt, dass Kontakt mit dem Ausland wichtig fuer den Fortschritt ist und sogar selbst Hollaendisch gelernt. Obwohl es zu der Zeit (~1860) verboten war, die Praefektur ohne Erlaubnis zu verlassen, hat er sich mit einigen Gefolgsleuten auf den Weg gemacht, die strengen Regeln des Shogunats zu brechen.
Ryôma war fuer seine Zeit ganz schoen  gross – etwas groesser als ich. Er muss, auch den Fotos nach zu urteilen, eine recht eindrucksvolle Persoenlichkeit gewesen sein. Und er besass wohl wirklich eine Smith & Wesson No.2 (erneuten Gruss an Peace Maker Kurogane)!
Puppen von Sakamoto Ryôma und seiner Schwester, und eine Bank mit seinem Konterfeit vor seinem Geburtsort, an den nur noch ein Denkmal erinnert
Das Museum ueber ihn und seine Zeit ist sehr schoen angelegt, es fuehrt von seiner Geburt bis zu seiner Ermordung. Kostenlose Audio Guides auf Englisch gibt es zum Glueck auch! ^^ Ich kann jedem Shikoku-Besucher nur empfehlen, nach Kôchi zu fahren, es lohnt sich!
   15:00 Uhr
Mittlerweile im Hotel eingezogen. Leider habe ich hier auch kein WLAN, aber ich werde wohl mal an der Rezeption fragen gehen, ob sie LAN-Kabel verleihen. Sonst  bin ich etwas aufgeschmissen, da ich nicht weiss, welchen Zug ich morgen nach Uwajima nehmen muss! Aber das Hotel ist ganz schoen, und morgen frueh gibt es auch Fruehstueck. Rausgehen werde ich  wohl heute nur noch, wenn ich spaeter Hunger habe, ich bin doch ziemlich erschoepft vom vielen Laufen. 

じゃ、またね!

Donnerstag, 25. August 2011

Tagebuch einer Studentin auf neuen (Ab)Wegen

25. 8.
   9:10 Uhr
Auf dem Weg nach Iga-Ueno gerade durch Ôtsu durchgefahren und denk mir noch 'Das liegt doch am Biwako?', als ich ihn auch schon sehe! Der ist echt gross, irgendwann werd ich da auch mal Halt machen...
   12:30 Uhr
Nach etwas Rumgeirre (das wird wohl wieder Standard - wenn hier aber auch alles so schlecht ausgeschildert ist) hab ich den Ueno Kôen gefunden, wo die fuer mich wichtigsten Sehenswuerdigkeiten versammelt sind. Auf dem Huegel in der Mitte des Parks gibt es ein kleines Schloss. Ich wurde hier zum Samurai! XD
Innen kann man viele Gebrauchsgegenstaende begutachten, auch Instrumente sind ausgestellt. Vom dritten Stock aus hat man eine schoene Aussicht auf die Umgebung. Die ganze Zeit ueber bekommt man ueber Lautsprecher Informationen ueber das Schloss, die Stadt und Bashô, der in Iga-Ueno geboren wurde.
Jetzt mache ich mich aber auf die Suche nach dem Ninjahaus... Spuren habe ich schon gefunden!
Ninjabild an einer Bruecke, Ninjawegweiser am Boden, Ninja-Toilettenschildchen
    15:10 Uhr
Uwa, Ninja sind echt cool! In dem Haus sind ueberall geheime Tueren, hinter denen man sich verstecken oder durch die man fluechten kann. Auch geheime Waffenkammern im Boden gibt es. Am Besten ist jedoch die Ninja-Show! Man bekommt hier verschiedene Kampftechniken und Waffen praesentiert. Zum Beispiel ist das Schwert von Ninja nicht leicht gekruemmt wie normale Katana, sondern hat eine Spitze aehnlich wie Ritterschwerter in Europa.
Damit koennen sie es am Boden besser abstuetzen und so einen Tritt zum Waendehochklettern schaffen. Mit einem langen Band zieht man es danach hoch. Schwerter und Blasrohre tarnten Ninja zum Beispiel als Floete. Und am spannendsten ist die Technik, einen Gegner bloss mit Hilfe eines Seils zu koepfen!
Gut, dass man Ninja heutzutage nicht mehr auf der Strasse begegnet... Oder kann das doch passieren? In Iga-Ueno bestimmt! ^^
   17:10 Uhr
Zurueck in Kyôto, wo ich wohl gerade den grossen Regenschauer verpasst habe - lucky! Ich kauf wohl trotzdem vorsichtshalber einen Regenschirm... Aber jetzt gibts erstmal Omurice mit Auberginen.
Heute Abend muss ich noch nach einer Jugendherberge in Kochi suchen. Dann kann es morgen nach Shikoku gehen!

じゃ、またね!