Samstag, 9. Februar 2013

Dämonen raus, Glück ins Haus

   Sonntag, 03.02.2013
Dieser Spruch - beziehungsweise eigentlich 'Oni wa soto, Fuku wa uchi', wird an Setsubun verwendet.
Das Fest markiert den Frühlingsanfang, und an Schreinen werden dazu symbolisch die Dämonen ausgetrieben. Wir haben uns das Spektakel am Fujinomori-Schrein in der Nähe der Uni angeschaut. Uns tönten schon die fröhlichen Musiker entgegen!
Zwischen den musikalischen Einlagen konnte man sich kostenlos einen Becher Amazake holen, ein süßes Getränk aus fermentiertem Reis - ohne Alkohol und sehr heiß!
Danach erklang auch schon erneut traditionelle Musik: Gagaku... Da ich Unterricht in japanischer Musikgeschichte belege, war ich mit den Klängen schon vertraut, aber ich kann mich mit dieser Art Musik einfach nicht anfreunden...

Nach dem Schreinspektakel haben wir uns Ehômaki gekauft, eine besondere Sushi-Art, die man zum Setsubun isst. Beim Essen soll man in eine glückbringende Richtung schauen, die jedes Jahr vorgegeben wird, und nicht reden, da sonst das Glück entflieht. Mein Glück sollte dementsprechend bei mir bleiben...
Ein weiterer Brauch an Setsubun hat mit Bohnen zu tun. Einerseits bringt es Glück, die Anzahl seines Alters plus eins an Bohnen zu essen, andererseits vertreibt man durch das Werfen die Dämonen und läd das Glück in sein Haus ein. Da müsste unser Wohnheim ja jetzt vor Glück nur so überquellen!

じゃ、またね!

Dienstag, 22. Januar 2013

Auf ins Onsen

   Freitag, 18.01.2013 und Samstag, 19.01.2013
Bereits im Dezember haben wir Mädchen vom Kendô-Club wegen der Kälte den Wunsch geäußert, ins Onsen (heiße Quelle) zu fahren.
Die Idee hat sich zu einem Club-Kurztripp ausgeweitet, der zufällig auf mein Geburtstags-Wochenende gelegt wurde!
Am Freitagmorgen sind wir also zu neunt in den Zug Richtung Kinosaki gestiegen. Unterwegs lag so viel Schnee! 


An unserem Ziel dann aber leider kaum welcher...

Am Hotel angekommen, besorgten wir uns dann die kostenlosen Yukata, Badetaschen, Überjacken und Onsen-Pässe, mit denen wir in sieben verschiedene heiße Quellen gehen durften. Aus Zeitmangel konnten wir leider nur drei davon ausprobieren. Es ist wirklich entspannend, im heißen Wasser zu sitzen und die Landschaft zu genießen... und die Haut fühlt sich nach dem Bad so gut an! Auch wenn es einem etwas schwindlig werden kann, wenn man zu viel Zeit im Wasser verbringt! 
Der Spaziergang an der kalten Winterluft zur nächsten Quelle war dabei sehr erfrischend.
Wieder im Hotel machten wir uns dann über das Buffet her (ja, heißes Wasser macht hungrig!), vergnügten uns mit Tischtennis und unterhielten uns bis zum Morgen. Zwischendurch stießen wir mit Pflaumenwein auf meinen Geburtstag an! \(^.^)/ 
Am Samstag hieß es dann Mitbringsel für die Club-Mitglieder besorgen, die nicht mitfahren konnten. Etwas Zeit zum Schneehasen-Bauen mit dem wenigen Schnee und zum letzten Entspannen am Fußbad blieb noch, danach ging es auch schon wieder zurück nach Kyôto, wo die Geburtstagspakete von meiner Familie auf mich warteten.



Danke an den Kendô-Club für den entspannenden Ausflug und dass ihr meinen Geburtstag mit mir verbracht habt! Geburtstag in einem fremden Land ohne Familie und die guten Freunde ist schon etwas seltsam, aber durch den Club hatte ich trotzdem einen wunderschönen Tag!

じゃ、またね!

Sonntag, 6. Januar 2013

Frohes neues Jahr!

   Montag, 31.12.2012
Für Silvester haben wir Austauschstudenten uns mal wieder zusammengetan, um eine kleine Feier im japanischen Stil zu veranstalten. Wir haben Toshi-koshi-Soba gekocht, Jahreswechselnudeln; Japaner verbinden damit ein langes Leben.
Von ungefähr 19 Uhr bis kurz vor Mitternacht läuft auf dem Fernsehsender NHK Kôhaku Uta Gassen, quasi ein Gesangswettbewerb, wobei die Künstler in zwei Gruppen, rot und weiß, aufgeteilt werden, und die Zuschauer per Anruf entscheiden, welche Gruppe die besseren Auftritte hatte. Das klang nach Spaß, ich hatte es noch nie gesehen, und abgesehen davon, dass viele Auftritte nicht wirklich mein Geschmack waren, war es doch interessant anzuschauen. Die Sängerin Sakamoto Fuyumi hat mich besonders fasziniert, da ihr Auftritt eine Mischung zwischen traditionellem japanischen Enka und moderner Pop-Musik war. Mit musikalischer Untermalung verging der Abend dann sehr schnell und wir konnten in das neue Jahr hineinzählen!
Verglichen mit deutschen Silvesternächten ist es in Japan sehr ruhig, wobei ich nicht sagen kann, was mir besser gefällt... was mittlerweile bei vielen Dingen der Fall ist! Im Ausland lernt man auf einmal die Vorteile seiner Heimat zu schätzen...


    Donnerstag, 03.01.2013
Um das neue Jahr auch gebührend japanisch zu begrüßen, ging es zum ersten Schreinbesuch (Hatsumôde) zum Fushimi-Inari-Schrein, wo wir um Glück gebetet und unsere Jahresweissagung gezogen haben.
Da meine nicht allzu gut klang (anscheinend habe ich in der zweiten Jahreshälfte mehr Glück), habe ich sie am Schrein angebunden, um mein Glück den Göttern zu überlassen!
Da natürlich viele Leute zum Schrein kommen, und natürlich viele Weissagungen gezogen werden, kann das Anbinden der weißen Zettelchen dann unter anderem so aussehen:
   Freitag, 04.01.2013, und Samstag, 05.01.2013
Zur Feier der Ferien hatte mich meine Tutorin zu sich nach Hause nach Ôsaka eingeladen. Ich durfte ihre Familie kennenlernen, die mich herzlich empfangen hat, und sie hat mir einige Sehenswürdigkeiten gezeigt.

Umeda-Skybuilding, von dem man eine wunderschöne Aussicht hat, und der Glico-Runner in Dôtonbori

Schloss Ôsaka

Zum Abschluss waren wir zusammen im Aquarium, wo es unter anderem eine Pinguin-Parade, einen Walhai und viele andere bunte Wasserbewohner zu sehen gab.



So gingen zwei Tage mit viel Laufen, viel Unterhalten und viel Spaß zu Ende. Ganz lieben Dank an meine Tutorin und ihre Familie!


Damit an alle noch ein frohes neues Jahr, auf dass es wunderschöne 365 Tage werden!

じゃ、またね!

Dienstag, 1. Januar 2013

Urlaub in Tokyo

   Dienstag, 25.12.2012, nachts
Nachdem an der Uni zwei Wochen Ferien sind, habe ich beschlossen, ein paar Tage nach Tôkyô zu fahren und Freunde zu besuchen. Da Studenten ja bekanntlich nicht so viel Geld besitzen, habe ich mich für Hin- und Rückfahrt mit dem Nachtbus entschieden... Es gibt deutlich bequemere Reisemöglichkeiten! An Schlaf war nicht wirklich zu denken, trotz Kopfhörern und Musik waren die Fahrgäste doch sehr laut und die Straßenlichter ziemlich hell. XD Aber um zu sparen ist es eine gute Möglichkeit...

   Mittwoch, 26.12.2012
Obwohl ich etwas müde nach der Fahrt war (um 7 Uhr morgens bin ich in der Hauptstadt angekommen), bin ich mit meiner lieben Mitstudierenden aus Deutschland und ihren Freunden zum Fuji Q gefahren, ein Vergnügungspark in der Nähe des Fujisan. Es war zwar recht kalt, aber die Sonne tat uns den Gefallen, zu scheinen, wodurch wir perfekte Sicht auf den Berg hatten!
 
Die Attraktionen im Park bestanden hauptsächlich aus Achterbahnen und Fahrgeschäften, für die man extra zahlen musste, für den Preis muss ich da kein zweites Mal hin... Das Geisterhaus (hab mir sagen lassen, dass es weltweit eines der längsten ist) war allerdings sehr gut aufgebaut - ein altes Krankenhaus, in dem Menschenexperimente durchgeführt wurden. Die Beleuchtung bei Nacht war auch schön anzusehen.




Für die Nächte, die ich bei meiner Freundin verbringen durfte, haben mir ihre Vermieter einen Futon bereit gestellt, den wir bei unserer Rückkehr vom Vergnügungspark abholen durften. Ganz großes Danke dafür, ich liebe es, auf Futons zu schlafen!




   Donnerstag, 27., bis Sonntag, 30.12.2012
Die folgenden Tage haben wir immer gemütlich ausgeschlafen und sind dann nach Shinjuku gefahren, um Shoppen zu gehen, Karaoke zu singen oder uns mit Freunden zu treffen. Meine Freundin hat mir ihre Uni gezeigt (interessant, mal auch andere Unis zu sehen), wir haben einen Tempel besucht, der für Katzen berühmt sein soll (es war aber keine dort), und wir waren im jährlichen Konzert des Orchesters der Meiji-Universität. 

Am letzten Tag waren wir zu dritt im Sweets Paradise, das bedeutet, etwas über eine Stunde Pasta- und Kuchenbuffet! Sehr lecker, sehr sättigend... sehr gut für die langen Stunden im Nachtbus zurück nach Kyôto!
Danke an alle, die Zeit für mich hatten, ich hatte sehr viel Spaß in Tôkyô! Hoffentlich sehen wir uns bald wieder! <3

じゃ、またね!

Dienstag, 25. Dezember 2012

Fröhliche Weihnachten!


    Ja, auch in Japan ist Weihnachten... oder das, was man selbst daraus macht! Meine wundervolle Familie (danke Oma, danke Mama, danke Papa!) hat mir Pakete geschickt, um auch hier etwas Stimmung in mein Zimmer zu bringen. So konnte ich einen improvisierten Adventskranz aufstellen, selbstgebackene Plätzchen genießen und jeden Tag mein Türchen am Adventskalender öffnen. Es fühlt sich trotzdem etwas seltsam an, die Vorweihnachtszeit quasi alleine zu verbringen...

Auch wenn Weihnachten hier eine andere (oder auch gar keine) Bedeutung hat als in Europa, kann man in der ganzen Stadt die Beleuchtung betrachten, und Weihnachtsliedern aus den Lautsprechern in den Geschäften lauschen.
 
Und da wir Austauschstudenten ja bunt gemischt sind, haben wir uns einfach unsere eigenen Parties organisiert! Da gab es dann unter anderem typisch-japanischen Weihnachtskuchen und eine selbstgebastelte Pinata, während englische Weihnachtslieder gesungen wurden. International eben!

Und wenn man die Augen aufgehalten hat, konnte man neben dem Ernst der Uni auch etwas Spaß auf dem Campus entdecken...

In dem Sinne: Frohe Weihnachten, schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr, ich mache jetzt Urlaub!












じゃ、またね!

Samstag, 8. Dezember 2012

On fire!

   Donnerstag, 22.11.2012, Kyôto
Da Freitag Feiertag war, sind wir Donnerstag Abend zu siebt zum Kiyomizu-Tempel gepilgert. Wegen der Herbstfärbung gab es hier (wie auch an anderen Tempeln in Kyôto) eine besondere Beleuchtung, die die Bäume einfach überwältigend aussehen ließ! Leider eignet sich meine Kamera nicht besonders gut für Nachtaufnahmen... entschuldigt also bitte die Qualität der Bilder! (>.<)



      

   Sonntag, 02.12.2012, Fushimi
Nachdem meine Lehrerin und mehrere Austauschstudenten es mir empfohlen hatten, habe ich den Tôfuku-Tempel in der Nähe meiner Universität besucht. Um die Herbstfärbung anzusehen, war es der perfekte Tag!



An diesem Tempel gibt es eine Brücke, die es den Besuchern ermöglicht, die Baumkronen nicht nur von unten zu bewundern, sondern ihre volle Pracht auch von oben zu bestaunen. Was mir dabei am meisten gefallen hat, ist, dass die verschiedenen Bäume so viele unterschiedliche Gelb-, Orange- und Rottöne aufweisen. So sieht es wirklich fast aus, als stünden sie unter Feuer!


Ist der mittlere Baum nicht einfach erstaunlich?
Er ist teilweise noch grün!

Nachdem ich an verschiedenen Orten beobachten konnte, wie sich die Blätter mit der Zeit so wunderschön färben, verstehe ich jetzt, was die Japaner daran so fasziniert... Schade, dass der Herbst schon wieder vorbei ist!

じゃ、またね!

Montag, 3. Dezember 2012

Concert Hopping - MUCC

   Nachdem am 28. November das neue Album veröffentlicht wurde, startete am 01. Dezember die dazugehörige Tour:
Da der erste Auftritt ganz in der Nähe stattfand, habe ich mich zum ersten Mal alleine auf ein Konzert getraut! XD

Eine Stunde Herumirren in die falsche Richtung, und ich hatte das ZEPP Namba in Osaka erreicht (das nächste Mal sollte ich vielleicht eine Karte mitnehmen...). Die Halle gefällt mir sehr, es sind im Stehbereich in regelmäßigem Abstand Trennungen, wodurch man nicht nach vorne gepresst werden kann und sich die Besucher ziemlich gut verteilen. Die Akkustik ist ziemlich gut, Bässe kamen gut durch (auch wenn das Mikrofon etwas zu laut eingestellt war).


Zum Auftritt selbst: Ich bin bei MUCC immer etwas voreingenommen, objektiv zu berichten, ist mir da nicht möglich. (>.<) Das neue Album erscheint mir vom Inhalt der Lieder her sehr düster, es gibt in vielen Liedern traurige Hintergründe und die Farbe Schwarz zieht sich als roter Faden durch das Album, auch wenn die Melodien wie bei MUCC üblich zwischen hart, harmonisch, traurig, fröhlich, experimentell hin und her schwanken. (Vom Stil her gibt es zwar einige Techno-Elemente, mit denen die Band schon seit längerem spielt, jedoch erinnern mich die Grundstimmung und die Läufe sehr an frühere Alben wie Zekû und 6.)
Dementsprechend war die Show abgestimmt: Der Sänger hielt sich in seinem Outfit an schwarz, der Rest der Band eher bunt (Gitarrist mit rot-schwarzen Haaren, Bassist mit pinken Extensions); das Licht war jedes Mal passend zum Inhalt des jeweiligen Liedes.
Sehr gefallen hat mir, dass nicht nur das gesamte neue Album zum Besten gegeben wurde, sondern auch den Fans altbekannte Lieder, bei denen man exzessiv mitmachen konnte. Außerdem ist in Japan der Kontakt mit den Fans noch größer, als er im Ausland auf Konzerten von MUCC bereits ist. So entstanden Frage-Antwort-Gespräche zwischen Band und Fans, was ich so in Deutschland noch nie erlebt habe.


Setlist: 01. Mr. Liar
             02. Stella (vom 15. Jubiläum)
             03. G.G
             04. Arcadia
             05. Negative Dancer

             06. Mama (von Hômura Uta)

             07. Nirvana
             08. Honey

             09. Shûchaku no Kane
             10. Yozora no Kurepasu
             11. Kyôrankyôshô ~ 21st Century Baby~
             12. Pureblack
             13. Marry You
             14. Fuzz (von Shion)
             15. Kaze to Taiyô (vom 15. Jubiläum)
             16. YOU & I
             17. Ranchû (von Zekû)
             18. Shangri-La

Zugabe: 19. MAD YACK (Omake auf Shangri-La)
               20. Suimin (von Hômura Uta)

               21. MOTHER

Egal, was diese Band auch tut, sie schaffen es jedes Mal aufs Neue, mich zu begeistern! Und auch, wenn es ihnen gefällt, sich immer wieder radikal neu zu erfinden, bleiben sie sich doch in gewissen Punkten treu, was es mir wirklich schwer macht, etwas Schlechtes an MUCC zu finden! Ich bin gespannt, was uns MUCCER in Zukunft noch erwartet...

じゃ、またね!