März und April 2013 Da ich im Herbst ja bereits die Laubfärbung fotografiert habe, kommt jetzt für den Frühling natürlich auch eine kleine Gallerie. Die Kirschblüte ist in Japan extrem beliebt - und wer sie einmal gesehen hat, versteht, warum. Sie stehen zwar einerseits für den Neuanfang (wie der Frühling in Deutschland ja auch), andererseits für die Vergänglichkeit, da sie so schnell wieder verblühen. Hier also ein paar Fotos der Schönheiten, die ich an verschiedenen Orten von März bis April gemacht habe.
Weiße und rosa Blüten an einem Baum im Park des Ryôan-Tempels
Sehr alte Shidare-zakura (Trauerkirsche/hängende Kirsche) im Maruyama-Park
Kirschblüten im Garten des Heian-Schreins
Ebenfalls am Heian-Schrein gab es diesen besonderen Baum zu sehen. Speziell zur Kirschblüte werden an dem Schrein rosa Weissagungen verkauft, die nach dem Lesen an den extra aufgestellten Baum gebunden werden, um einen Kirschbaum zu formen.
Da die Temperaturen im März und April sehr angenehm sind, könnte das mit den Kirschblüten meine liebste Jahreszeit in Japan sein!
Dienstag, 12.03.2013 bis Samstag, 23.03.2013
Um Dezember herum hatte ich bereits die wundervolle Nachricht erhalten, dass meine Oma und meine Mutter mich während der Frühlingsferien in Japan besuchen kommen werden. Am 12. März durfte ich die beiden dann tatsächlich am Flughafen in Ôsaka abholen. Trotz Müdigkeit konnte ich ihnen gleich am ersten Tag noch einen Tempel in der Nähe ihrer Herberge zeigen (Sanjû Sangendo, der längste Holzbau der Welt, in dem 1000 Statuen von der Gottheit Kanon ausgestellt sind), und sie in den Geschmack von traditioneller Kyôtoer Küche kommen lassen.
Die folgenden Tage haben wir uns zusammen einige Sehenswürdigkeiten in
meiner aktuellen Heimat angeschaut, unter anderem den Goldtempel, das Nijô-Schloss, den Fushimi-Inari-Schrein und Arashiyama. Es hieß zwar, dass dieses Jahr die Kirschblüte recht früh komme, aber Kyôto hatte sie leider doch noch nicht ganz erreicht.
Wassershow, die wir am Kyôtoer Bahnhof zufällig mitbekommen haben
Um meinen beiden Damen auch etwas vom Land zu zeigen, haben wir uns zunächst für 3 Tage mit dem Shinkansen nach Hiroshima begeben. Meine Oma wollte sich gerne den Friedenspark anschauen (ich war ja schon einmal dort), und wie es sich für Touristen gehört, haben wir auch die Friedensglocke geläutet.
Abends gab es dann für die beiden die erste Tatami- und Futonerfahrung - ich hatte ein Zimmer im japanischen Stil gebucht. Davon, dass Futon gut für den Rücken sind, konnte ich sie allerdings nicht überzeugen...
Am zweiten Tag in Hiroshima haben wir uns mit der Fähre nach Miyajima übersetzen lassen, da ich bei meinem letzten Besuch so begeistert von dem dortigen Schrein im Wasser war.
Diesmal war auch genügend Zeit, den Misen zu besteigen, ein Berg, auf dem Affen leben. Obwohl man ein gutes Stück des Weges mit der Seilbahn zurücklegen kann, war der Aufstieg bis zum Gipfel ziemlich anstrengend, und wir geraten trotz der noch kühlen Temperaturen ins Schwitzen. Aber die Aussicht über die Inlandsee war die Anstrengung wert.
Sehr amüsant fand ich diese kleinen Kerle, die unterwegs überall zu sehen waren.
Die zweite Station auf der Mission 'Zeig Oma und Mutter das Land' war die Ehime-Präfektur. Eine Freundin hatte uns für 3 Tage nach Uwajima zu sich nach Hause eingeladen. Dort kamen wir wieder in den Genuss von Tatami, und meine Oma und Mutter durften Ikebana ausprobieren (auch wenn das Ergebnis der Japanerin nicht zu gefallen schien), das Schloss besichtigen, und die Perlen bewundern, die vor Uwajima gezüchtet werden.
Vor der Rückfahrt nach Kyôto mit dem Shinkansen haben wir einen Zwischenstopp in Matsuyama gemacht, wo sich das älteste Onsen Japans befindet. Das Dôgo Onsen ist bereits seit 1000 Jahren in Betrieb und das Modell für das zentrale Badehaus in dem Anime 'Chihiros Reise ins Zauberland'. Dort konnte ich meiner Oma und Mutter auch die Badekultur Japans zeigen.
(Leider habe ich versehentlich einen Teil meiner Fotos gelöscht, deswegen hier mal ausnahmsweise eines, das nicht mir gehört)
Weitere zwei Tage voller Mitbringsel-Shopping musste ich meine Gäste auch schon wieder zum Flughafen begleiten. Wenn es auch nur für kurze Zeit war, ich hoffe, dass Japan einen guten Eindruck hinterlassen hat! Wie immer war es etwas anstrengend, alles zu übersetzen, aber die beiden haben sich schnell mit dem Bahnsystem zurecht gefunden, und da Kyôto symmetrisch angelegt ist, war auch das kein großes Problem. Ich habe mich wirklich riesig gefreut, einem Teil meiner Familie zu zeigen, wofür ich mich so begeistere, und es war wundervoll, nach einem halben Jahr wieder altvertraute Gesichter zu sehen. Das nächste Mal ist der zweite Teil der Familie an der Reihe!
Sonntag, 03.02.2013 Dieser Spruch - beziehungsweise eigentlich 'Oni wa soto, Fuku wa uchi', wird an Setsubun verwendet. Das Fest markiert den Frühlingsanfang, und an Schreinen werden dazu symbolisch die Dämonen ausgetrieben. Wir haben uns das Spektakel am Fujinomori-Schrein in der Nähe der Uni angeschaut. Uns tönten schon die fröhlichen Musiker entgegen!
Zwischen den musikalischen Einlagen konnte man sich kostenlos einen Becher Amazake holen, ein süßes Getränk aus fermentiertem Reis - ohne Alkohol und sehr heiß! Danach erklang auch schon erneut traditionelle Musik: Gagaku... Da ich Unterricht in japanischer Musikgeschichte belege, war ich mit den Klängen schon vertraut, aber ich kann mich mit dieser Art Musik einfach nicht anfreunden...
Nach dem Schreinspektakel haben wir uns Ehômaki gekauft, eine besondere Sushi-Art, die man zum Setsubun isst. Beim Essen soll man in eine glückbringende Richtung schauen, die jedes Jahr vorgegeben wird, und nicht reden, da sonst das Glück entflieht. Mein Glück sollte dementsprechend bei mir bleiben...
Ein weiterer Brauch an Setsubun hat mit Bohnen zu tun. Einerseits bringt es Glück, die Anzahl seines Alters plus eins an Bohnen zu essen, andererseits vertreibt man durch das Werfen die Dämonen und läd das Glück in sein Haus ein.Da müsste unser Wohnheim ja jetzt vor Glück nur so überquellen!
Ja, auch in Japan ist Weihnachten... oder das, was man selbst daraus macht! Meine wundervolle Familie (danke Oma, danke Mama, danke Papa!) hat mir Pakete geschickt, um auch hier etwas Stimmung in mein Zimmer zu bringen. So konnte ich einen improvisierten Adventskranz aufstellen, selbstgebackene Plätzchen genießen und jeden Tag mein Türchen am Adventskalender öffnen. Es fühlt sich trotzdem etwas seltsam an, die Vorweihnachtszeit quasi alleine zu verbringen...
Auch wenn Weihnachten hier eine andere (oder auch gar keine) Bedeutung hat als in Europa, kann man in der ganzen Stadt die Beleuchtung betrachten, und Weihnachtsliedern aus den Lautsprechern in den Geschäften lauschen.
Und da wir Austauschstudenten ja bunt gemischt sind, haben wir uns einfach unsere eigenen Parties organisiert! Da gab es dann unter anderem typisch-japanischen Weihnachtskuchen und eine selbstgebastelte Pinata, während englische Weihnachtslieder gesungen wurden. International eben!
Und wenn man die Augen aufgehalten hat, konnte man neben dem Ernst der Uni auch etwas Spaß auf dem Campus entdecken...
In dem Sinne: Frohe Weihnachten, schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr, ich mache jetzt Urlaub!
Donnerstag, 22.11.2012, Kyôto Da Freitag Feiertag war, sind wir Donnerstag Abend zu siebt zum Kiyomizu-Tempel gepilgert. Wegen der Herbstfärbung gab es hier (wie auch an anderen Tempeln in Kyôto) eine besondere Beleuchtung, die die Bäume einfach überwältigend aussehen ließ! Leider eignet sich meine Kamera nicht besonders gut für Nachtaufnahmen... entschuldigt also bitte die Qualität der Bilder! (>.<)
Sonntag, 02.12.2012, Fushimi Nachdem meine Lehrerin und mehrere Austauschstudenten es mir empfohlen hatten, habe ich den Tôfuku-Tempel in der Nähe meiner Universität besucht. Um die Herbstfärbung anzusehen, war es der perfekte Tag!
An diesem Tempel gibt es eine Brücke, die es den Besuchern ermöglicht, die Baumkronen nicht nur von unten zu bewundern, sondern ihre volle Pracht auch von oben zu bestaunen. Was mir dabei am meisten gefallen hat, ist, dass die verschiedenen Bäume so viele unterschiedliche Gelb-, Orange- und Rottöne aufweisen. So sieht es wirklich fast aus, als stünden sie unter Feuer!
Ist der mittlere Baum nicht einfach erstaunlich? Er ist teilweise noch grün!
Nachdem ich an verschiedenen Orten beobachten konnte, wie sich die Blätter mit der Zeit so wunderschön färben, verstehe ich jetzt, was die Japaner daran so fasziniert... Schade, dass der Herbst schon wieder vorbei ist!
Wie schnell ein Monat vergehen kann, wenn man jede Woche Unterricht, Club und Hausarbeiten zu erledigen hat...
Ich habe mich inzwischen gut eingelebt, dem Unterricht kann ich mittlerweile mehr oder weniger gut folgen (Sprachunterricht macht wirklich Spaß, 'normaler' Unterricht mit regulären Studenten zusammen ist verdammt anstrengend... wenn ich einmal ganz kurz nicht aufpasse, komme ich komplett aus dem Verlauf heraus >.< ). Den Sprachunterricht finde ich sehr gut gestaltet, wir bekommen jede Woche ein Kurzreferat als Hausaufgabe, für das wir Japaner in unserer Umgebung interviewen müssen. Wir sind also zum Kontakt gezwungen! XD Seit Anfang November bin ich jetzt auch Mitglied des Kendo-Clubs an der Uni. Ich habe mir vorgenommen, dreimal pro Woche zum Training zu gehen, bis jetzt konnte ich das wegen einer starken Erkältung leider nicht einhalten... Die Mitglieder sind jedoch alle sehr nett und haben mich gut aufgenommen! Des weiteren waren wir Austauschstudenten Anfang November wegen des Uni-Fests beschäftigt. Vom Wohnheim aus haben wir einen Essensstand vorbereitet und zwei Gerichte aus Korea und Thailand verkauft.
Auf dem Schild steht: 'Aus der Weltküche'
Es war ein großer Erfolg, am ersten Tag waren wir vollständig ausverkauft, und wir hatten eine Menge Spaß daran, unsere Gerichte zuzubereiten, anzupreisen, und selbst zu kosten!
Und so sieht es aus, wenn am Ende eines langen Wochenendes die Reste sinnvoll verwertet werden! Von unseren Einnahmen konnten wir eine kleine Dankes-Party veranstalten.
Zusammenfassend kann man über den vergangenen Monat also sagen, dass ich hier viel Spaß habe, aber auch schon viel gelernt habe. Gespräche fallen mir nicht mehr ganz so schwer wie am Anfang, und ich verstehe mittlerweile fast alles sinngemäß. Ich werde von jetzt an auch weiter mein Bestes geben! \(^.^)/
Dieser Post wird mal etwas bildlastig, da ich so die Eindrücke besser vermitteln kann.
Montag, 22.10.2012
Jidai-Matsuri (Zeitalter-Fest): Für die Austauschstudenten in Kyôto waren
Plätze reserviert, von denen aus wir die Parade sehr gut betrachten konnten.
Hauptsächlich wurde die Kleidung in verschiedenen Epochen Japans gezeigt und
dazu gelegentlich geschichtliche Hintergründe erklärt.
Pfau an einer Hausfassade in der Nähe der Teramachi (Einkaufsmeile in Kyôto) und das Ichiriki, eines der berühmtesten Teehäuser in Gion (eines der Geisha-Viertel).
Kôdaiji: Vom 20. Oktober bis Mitte Dezember ist dieser Tempel am Abend
besonders beleuchtet. Buntes Farbenspiel, schön anzusehen, sehr zu empfehlen!
Allerdings kostet derEintritt zu dieser Zeit etwas mehr…
Dienstag, 23.10.2012
Nijôjô: Das Haupttor ist leider gerade unter Restauration, aber das Schloss an
sich ist wunderschön. Es gibt einen Nachtigallenboden, wobei ich mich immer
noch frage, ob man sich selbst wirklich nicht auf diesem Fußboden gehen hört
oder ob ich die Holzkonstruktion austricksen kann! XD Aufgrund des Regens an
dem Tag war der Garten nicht ganz so schön anzusehen…
Heian-Jingû: Der Tempel ist dem alten Kaiserpalast der Heian-Zeit (nach unserer
Zeitrechnung 794-1185) nachempfunden. Die Farben der Gebäude sind wunderschön. Wegen des Regens haben wir uns aber nicht in den Garten getraut.
Mittwoch, 24.10.2012 Fushimi-Inari-Taisha: Der berühmte Schrein mit den vielen roten Toren.
Da das Wetter gut war, konnten wir einen kleinen Spaziergang machen und
die Landschaft genießen. Das Rot bildet im grünen Wald einen schönen
Kontrast. Besonders an dieser Art von Schrein sind auch die Füchse
anstelle der Löwenhunde als Bewacher.