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Mittwoch, 25. Mai 2011

Livestreaming - der Weg in die Zukunft?

   Mittlerweile fangen immer mehr Bands an, ihre Konzerte oder Fernsehauftritte auf diversen Streaming-Seiten zu uebertragen. Aus gegebenem Anlass habe ich mir Gedanken ueber die Vor- und Nachteile des Livestreamings gemacht.

Nachteile
  1. Die Soundqualitaet kann erheblich leiden.
  2. Die Uebertragung kann verpixelt sein.
  3. Es kann Ausfaelle in der Uebertragung geben, wenn die Internetverbindung nicht stabil genug ist.
  4. Die Atmosphaere, die waehrend eines Konzertbesuchs erzeugt wird, kann nicht in gleicher Weise vermittelt werden.
Vorteile
  1. Die Kosten sind weitaus geringer als eine Konzertkarte.
  2. Vorm Computer ist es nicht so ueberfuellt wie in einem Konzertsaal.
  3. Man kann Konzerte 'besuchen', die weit entfernt stattfinden.
  4. Bands sind in ihrem Heimatland sehr viel authentischer als im Ausland, was den Konzerten zusaetzlichen Spass beisteuert.
   Die ersten drei Nachteile lassen sich mit guter Technik beseitigen - und da wohl in Zukunft immer mehr Musiker auf Streaming setzen, wird sich die Uebertragung auch verbessern.
Um die passende Atmosphaere zu erzeugen, kann man sich ja einfach zu mehreren um einen Computer scharen!


   Was die Vorteile angeht: Die Kosten koennen variieren, da manche Uebertragungen kostenlos sind, manche hingegen nur mit Karte gesehen werden koennen. Allerdings halten sich die Ausgaben so oder so in Grenzen.
Das Fehlen von Menschenmassen ist wirklich positiv, da bei vielen Konzerten 'aggressiverer' Genres zu viele Menschen eindeutig gefaehrlich sein koennen.
Die letzten beiden Punkte sind mir persoenlich sehr wichtig, da ich fuer Konzerte meiner Lieblingsbands nicht ohne weiteres meilenweit fliegen kann. Und sie so zu erleben, wie sie in ihrer 'natuerlichen Umgebung' sind, ist etwas besonderes.


   Livestreaming ermoeglicht den Fans, tiefer in die Welt ihrer Bands einzutauchen. Ich bin gespannt, was da in Zukunft noch fuer technische Moeglichkeiten auf uns zukommen. Wer weiss, vielleicht kann man irgendwann mittels 3D-Projizierung wirklich an einem Konzert teilnehmen, dass meilenweit weg stattfindet!

じゃ、またね!

Donnerstag, 19. Mai 2011

Einfluesse - der Start in ein neues Leben

   Musik - ein einfaches Wort, wenn man es einfach so in den Raum stellt. Doch der Begriff ist verdammt komplex, um das zu wissen, reicht es schon, sich den Wikipedia-Eintrag anzuschauen! Musik ist in meinen Augen sehr persoenlich, und ich meine damit nicht, dass jeder Mensch einen anderen Geschmack hat. So abgedroschen es auch klingen mag - tatsaechlich wuerden mir wohl mehr Menschen zustimmen, als ich es jetzt schon annehme - Musik kann Leben veraendern!


   Meines hat sie auf jeden Fall veraendert - damals vor gut 5 Jahren. Wenn ich zurueckblicke, muss ich zugeben, dass ich frueher wohl schuechtern und eher introvertiert war, teilweise hatte ich sogar Angst vor mir fremden Leuten. Musik habe ich nebenbei gehoert, besonders gefesselt hat sie mich nie. Bis dann der Fernsehsender Viva+ ein Special ueber japanische Musik brachte! 

   Das erste japanische Lied, das ich aktiv gehoert habe war Saishuu Ressha von MUCC. Ich habe damals natuerlich von der Sprache kein bisschen verstanden, aber die Gefuehle, die im Sprachfluss transportiert wurden, haben mich beruehrt. Dieser Effekt ist jemandem, der ihn nicht mal selbst erfahren hat, schwer zu beschreiben. Ich glaubte, die Nachricht des Textes auch ohne Sprachkenntnisse zu verstehen. Diese Tatsache hat mich so fasziniert, dass ich die Band weiterverfolgt habe... MUCC ist bis heute meine Lieblingsband, ich verdanke ihrer Musik sehr viel!


   Denn ohne MUCC haette ich mich niemals fuer Musik und damit auch niemals fuer Japan interessiert. Wenn ein Genre einen so sehr fesselt, schaut man sich auch nach weiteren Bands um... Und ich habe mich mit Visual Kei bzw. J-Rock sehr wohl gefuehlt! Die Bands, die sich dazu zaehlen, druecken meiner Meinung nach sehr viel mehr mit ihrer Musik aus, als es den Anschein macht, wenn man nur einen Aspekt betrachtet. Das Zusammenspiel von Musik, Text und Hintergrund der Band hat eine beeindruckende Wirkung. Mir haben viele Texte damals gezeigt, dass es nichts bringt, sich in sich selbst zurueckzuziehen - dass das Leben draussen auf mich wartet und Fehler nicht schlimm sind! Anscheinend brauchte ich einfach einen Stoss, um das zu merken... Und den Schritt nach draussen zu wagen, hat sich gelohnt!

   Ich habe durch meine Leidenschaft zu dieser Musikrichtung sehr viel gelernt, erfahren, erlebt. Ich habe einige meiner besten Freunde dadurch getroffen. Die Musik hat mir geholfen, mich zu oeffnen und ein neues Leben zu beginnen. Sie ist mir ans Herz gewachsen, ein Teil von mir. Und das sage ich mit Stolz, auch wenn wohl viele darueber lachen wuerden! Ich habe durch Musik gelernt, dass solche Leute entweder neidisch sind, weil ich einen Sinn in meinem Leben gefunden habe, oder zu engstirnig, ueber ihren Horizont hinauszublicken! Es gibt wichtigere Dinge im Leben, als sich ueber andere Menschen die Maeuler zu zerreissen! Um dieses Thema mit MUCCs Worten abzuschliessen: "大人たちよ思い出せ - 誰のために生まれて来たのかを! Erwachsene, erinnert euch - fuer wen ihr geboren wurdet (frei uebersetzt von MUCC - Kugatsu mikka no kokuin)!" Garantiert nicht, um ueber die Jugend zu lachen, denn sie wird ihren Weg finden, ob es euch gefaellt oder nicht!

 じゃ、またね!

Donnerstag, 14. April 2011

9000 km Entfernung - zu weit, um zu helfen?

  Angesichts der Katastrophe im Land der aufgehenden Sonne machen sich wohl viele Gedanken, was man tun kann, wenn man doch so weit entfernt ist. Ich moechte hier nicht ueber weltveraendernde Maßnahmen reden, erstens bin ich kein Experte und zweitens diskutieren da schon genug Menschen drueber, ohne Loesungen zu finden. Ich moechte nur von meinen Erfahrungen im deutschen Umgang mit den Geschehnissen berichten.

  Leipziger Buchmesse 2011
Die Leipziger Buchmesse ist wohl für viele Japanliebhaber in Deutschland ein Hoehepunkt im Kalender. Es gibt jedes Jahr eine große Manga-Abteilung, Wettbewerbe im Cosplay, japanbezogene Showeinlagen und Anime- und Entertainment-Staende. Da sie vom 17.-20. 3. stattfand, lag sie nur knapp eine Woche vom Erdbeben entfernt. Doch trotz der kurzen Zeit wurde meiner Meinung nach viel Aufwand betrieben, sich der Situation anzupassen. An vielen Staenden wurden Spendenboxen aufgestellt und es gab besondere Aktionen, um den Opfern zu helfen. Aufgefallen ist mir der Fanclub des Musikers Gackt, der Spenden für seine Charity-Aktion 'SHOW YOUR HEART' entgegen nahmen. Warum es mir aufgefallen ist? Weil ich es nicht erwartet haette. Dass die Deutsch-Japanische Gesellschaft sammelt, war für mich selbstverstaendlich, aber dass sich der Fanclub eines Musikers, der nicht von den Geschehnissen betroffen ist, sich so kurz nach der Katastrophe so engagiert, das fand ich einfach nur schoen! Wahrscheinlich lag meine Ueberraschung teils auch daran, dass ich Gackt nicht besonders mag...
  Besonders positiv fand ich die Reaktionen der Cosplayer: Bei vielen sah man ein Band am Oberarm, auf dem sie ihre Anteilnahme zeigten.

  7. Kirschbluetenfest Fuerth
Das am 10. 4. stattfindende Kirschbluetenfest konnte sich langfristiger auf den Umgang mit der Katastrophe vorbereiten. Dementsprechend kontrovers wurde das Thema auch diskutiert. In Cosplay-Kreisen kamen naemlich zwei Wochen vorher 'Regeln' auf, an die man sich halten sollte, ansonsten drohte Platzverweis. Die Regeln wurden von einem Mitglied des sozialen Netzwerks 'Animexx' aufgestellt, ob mit oder ohne Berechtigung des Veranstalters wird wohl nie geklaert werden. Da diese Regeln jedoch sehr vage formuliert und teilweise unverstaendlich waren, gab es im entsprechenden Forum diverse Streits. Die Regeln beinhalteten:
  • Kein Herumlaufen, kein uebermütiges Geschrei
  • Keine grelle Kleidung
  • Keine Todessymbole
  • Keine Waffen
  • Keine freie Musikwahl
Mein erster Gedanke war, dass es ein KirschbluetenFEST ist, keine Trauerfeier. Der zweite, was bringt es den Japanern, wenn 9000 km entfernt die Deutschen eine Trauermiene aufsetzen? Ein großer Streitpunkt war dann der Punkt Kleidung. Cosplay ist nunmal nicht nur einfarbig, und was es doch ist, lässt sich schnell unter Todessymbol ordnen (Bleach - Todesgoetter). Den Punkt Waffen verstand ich persoenlich nicht, denn es handelt sich hier ja um eine Naturkatastrophe und keinen Krieg. Außerdem werden im Cosplay ja selten echte Waffen verwendet... Und die Drohungen, was bei Nichtbeachten dieser Regeln passiert, waren nur laecherlich!
  Zur Umsetzung: Letztendlich hat sich ?keiner? an die Kleiderordnung gehalten. Wer sein Cosplay schon Wochen vorher fertig hat, kann ja auch schlecht in so kurzer Zeit ein neues gestalten. Todessymbole, wozu auch Ninja, Piraten und nunmal Todesgoetter gehoeren, wurden trotzdem umgesetzt. Selbstgefertigte Waffen habe ich auch sehr viele gesehen... Also waren die Regeln bis auf den Punkt Musik für die Katz. Die Auswahl war naemlich wirklich nicht frei. Insgesamt schien es, als stuenden nur 5 Lieder zur Auswahl, die leider in keinem Fall zum praesentierten Cosplay passten. Das mutete mir leicht inkompetent an.
  Vielleicht haette es ein einfaches 'Verhaltet euch etwas angepasster und tragt ein Trauerflor' eher getan und vor allem den Streit verhindert. Denn alles in allem war es ein sehr gelungenes Fest, auch ohne, dass sich die Cosplayer, die nunmal einen großen Teil der Besucher ausmachen, in ihrer Taetigkeit im Vorfeld dermaßen einschraenken lassen!

  Spendensammelaktion 'For Japan'
Diese Aktion wurde von Austauschstudenten und Studenten der Japanologie meiner Uni ins Leben gerufen, um aus der Entfernung helfen zu koennen. Bei mehreren besonderen Veranstaltungen im Großraum wurden bereits Spenden gesammelt, Benefizkonzerte wurden organisiert und in Zukunft ist noch sehr viel mehr geplant. Die Spenden gehen direkt an das Japanische Rote Kreuz. Als Dankeschoen für eine persoenliche Spende gibt es einen Origami-Kranich.
  Diese Aktion ist fuer mich ein Zeichen von gelungener internationalen Zusammenarbeit, da mir beim Sammeln auch englischsprachige Spender untergekommen sind. Ohne Einschraenkungen, ohne Regeln funktioniert das Vorhaben, und bis jetzt ist auch eine schoene Summe zusammengekommen.

  Ich hoffe sehr, dass die Anstrengungen, die auch 9000 km entfernt unternommen werden, um dem gebeutelten Land zu helfen, egal welcher Art, dort ankommen, wo sie benoetigt werden. Ich hoffe, dass Japan die Katastrophe ueberwindet und sich wie ein Phoenix aus der Asche erheben kann. Ich finde es schoen, wie schnell man auch in Deutschland reagiert hat! Das zeigt mir ein kleines bisschen, dass Hoffnung fuer die Menschheit besteht, und die Welt vielleicht doch nicht so hart und ruecksichtslos ist, wie sie oft scheint. Und vielleicht schlaegt dieser 'kleine' Tropfen im Meer große Wellen und veraendert doch die Welt dahingehend, dass wir uns Gedanken machen, wie wir die Stromerzeugung sicherer gestalten!

  Meine Gedanken sind in Japan, was auch immer passiert!

じゃ、またね!

Dienstag, 22. Februar 2011

Abenteuer Japan - ein Resumee

  Eine Reise sollte stets gut geplant sein - deswegen ein paar Tipps bezueglich Japan, die mir sehr geholfen haben.
  • Vor der Reise sollte man einen Plan aufstellen, was man in Japan tun moechte, wo man hin will usw. Eine grobe Liste von Aktivitaeten fuer jeden Tag ist sehr hilfreich, wenn es um Zeit- und Geldmanagement geht. Man muss sich ja nicht dran halten, viele Sachen entscheidet man natuerlich spontan, aber so steht man auf einer kurzen Reise nicht auf einmal da, und weiss nicht, was man den Tag ueber anstellen soll (oder etwa mit leerem Portemonnaie).
  • Da man in Japan sehr viel mit dem Zug reist, empfehle ich den Japan Rail Pass. Man kann ihn nur ausserhalb Japans kaufen, er gilt jedoch bis zu 3 Wochen lang auf jeder Strecke von JR (Shinkansen mit Ausnahmen, Faehre nach Miyajima, Yamanote-Ringlinie in Tokyo, um die wichtigsten zu nennen). Wenn man den Preis mit regulaeren Fahrtkosten vergleicht, kommt man mit dem Pass in jedem Fall billiger weg!
  • Es ist ratsam ein maximales Tagesbudget auszurechnen - was man fuer Uebernachtung, Essen, Eintrittsgeld und Einkaeufe ausgeben will. Ich hatte mich auf ungefaehr 50 Euro festgelegt, je 20 fuer Unterkunft (Jugendherberge) und Essen, damit bin ich gut zurecht gekommen - am Ende habe ich weitaus weniger ausgegeben! Japan ist naemlich nicht so teuer, wie manch einer denken mag. Wenn man teure Restaurants vermeidet und zum Fruehstueck im Supermarkt einkauft, beschraenken sich die Ausgaben fuer Essen radikal. Bei Museen hatte ich allgemein das Gefuehl, dass sie sehr preiswert sind, und sogar bei meinen Shoppingtouren bin ich gut weggekommen! So waren auch groessere Anschaffungen moeglich.
  • Fast ueberlebenswichtig waren einfach auszuziehende Schuhe. In fast jedem Museum und Schloss standen Gummilatschen fuer den Besucher bereit - bei durchschnittlich zwei Museen pro Tag gab ich mit meinen Schnuerchucks bestimmt ein lustiges Bild ab, wenn ich beim Verlassen des jeweiligen Gebaeudes eine halbe Ewigkeit mit Schleifebinden verbrachte. Am Besten waeren wohl Klettverschluesse oder Slipper gewesen... Das Problem liess sich dadurch loesen, dass ich die Chucks so niedrig zuband, dass ich ohne Oeffnen der Schnuerung aus ihnen hinauskam!
  • Japaner sind nach aussen hin hoefliche, zuvorkommende Menschen. Doch oft meinen sie es nicht ehrlich, sondern wollen nur keinen schlechten Eindruck bei den Auslaendern hinterlassen. Was mir dabei geholfen hat, echte Hoeflichkeit und sogar Freude mir gegenueber hervorzurufen, war ein einfacher Satz auf japanisch: 'Konnichi wa' (Guten Tag), und ein offenes Laecheln. Dadurch macht man einen Schritt auf die fremde Kultur zu und bezeugt Interesse am Gegenueber. Solange man den Japanern nicht durch perfektes Japanisch das Gefuehl von Unterlegenheit gibt (Japaner moegen es anscheinend nicht, wenn man sich zu sehr mit ihrer Kultur auskennt - Fehler machen ist fuer sie besser), empfangen sie einen meiner Meinung nach mit offenen Armen.
  Ich moechte nicht sagen, dass ich mich super mit Japan auskenne, alles, was hier zu lesen ist, basiert auf meinen eigenen Erfahrungen innerhalb meiner 17taegigen Reise. Das ist nicht viel, wirklich nicht, aber wenn man genau beobachtet, kann man auch nach so kurzer Zeit einiges feststellen. Viele Eindruecke von Japan und seinen Einwohnern hat sich mir im Endeffekt bestaetigt. Wenn man nach seinen Regeln spielt, ist man in Japan sehr willkommen! When in Rome, do as the Romans do.

じゃ、またね!